Erziehung / Schüchterne Kinder

Um an schüchterne Kinder heranzukommen, müssen sich viele schon etwas Besonderes einfallen lassen. Diese Kinder lassen nicht jeden an sich heran und sprechen auch nicht mit allen Leuten. Natürlich gibt es Kinder, die einfach nur nicht extrovertiert sind, aber in den Augen von manchen Leuten oder den Eltern schon als schüchtern oder ruhig bezeichnet werden. Im Kindergarten ist es sinnvoll, sich an die Erzieher zu wenden, da sie viele Vergleiche haben, wie sich andere Kinder im selben Alter verhalten.

Ich hatte mal ein Kindergartenkind, ein Mädchen. Sie hat mit niemanden gespielt und auch mit niemanden gesprochen. Sie war die ganze Zeit nur am Tisch gesessen und hat sich gar nichts getraut. Sie habe ich dann durch "Malen zur Musik" dazu gebracht, sich an den Maltisch zu setzen und ein Bild zu malen. So hat sie auch Kontakt zu anderen Kindern bekommen.

Im Allgemeinen kann man schüchterne Kinder dazu ermuntern, aus sich herauszukommen. Erstmal muss man aber das Vertrauen der Kinder gewinnen. Man darf sie auf keinen Fall bloßstellen. Im Stuhlkreis kann man z. B. erstmal andere Kinder drannehmen, damit das Kind sieht, was es wie machen muss. Meist merkt man dann am Verhalten, ob das Kind schon soweit ist, am Spiel aktiv mitzumachen. Gut ist es auch, wenn sich die Kinder, die an die Reihe kommen wollen, melden sollen. Wenn sich dann das Kind meldet, auf jeden Fall geduldig sein und viel loben. Vielleicht auch nachfragen, vielleicht erzählt das Kind dann noch mehr.

Aber nicht zwingen! Denn dann wird das Kind kein Vertrauen bekommen und sich gar nichts mehr trauen.

Weiterhin kann man das Kind alleine ansprechen und sich vom Urlaub/Wochenende oder ein Thema, das das Kind interessiert, erzählen lassen.

Um das Selbstbewusstsein zu steigern, kann man dem Kind besondere Aufgaben geben. Z. B. eine Nachricht übermitteln lassen. Hier sollte man das Kind dazu ermuntern, so mutig zu sein und ihm das zutrauen. Wenn das Kind aber nicht will, sollte man das akzeptieren und vielleicht ein Kind zur Unterstützung mitschicken.

Zuhause kann man Freund einladen und die Kinder alleine spielen lassen. Meist haben die Kinder nämlich untereinander keine oder nur wenig Probleme. Der nächste Schritt ist, dass das Kind einen Freund besucht und die Mutter/der Vater mitkommt. Und auch hier ist es gut, wenn die Erwachsenen sich dann zurückziehen, z. B. in einem anderen Zimmer Kaffee trinken.

"Mutproben" sind zuhause z. B. zum Nachbarn zu gehen und nach einem Ei zu fragen, oder jemanden anzurufen.

Wichtig ist immer, dass Sie dem Kind etwas zutrauen! Ermuntern sie es, ohne zu überfordern! 

Und manchmal wissen Eltern auch gar nicht, dass ihre Kinder im Kindergarten gar nicht so viele Probleme haben, wie sie vermuten ;-).

Stichwörter: Introvertiert, Mut, Mutproben, , , Vertrauen
Eingetragen von: jenny am 21.09.2007 - 19:33:04
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